Schwerpunkt der Arbeit der KlangWerkStatt ist der Bau von Klangkörpern und Instrumenten, die viel Eigenklang aufweisen und bei deren Gebrauch Menschen von Anfang an ihre Spielfreude und Spiellust entdecken können. Hilfreich dafür sind Instrumente, bei denen das musikalische und emotionale Erleben des Klangs und seiner heilenden Kraft im Vordergrund steht - liegt doch das Wesen der musikalischen Improvisation darin, das eigene Gefühl in Klang auszudrücken.

Saiteninstrumente, die aus sich heraus klingen und bei denen das musikalische und emotionale Erleben der Qualität des reinen Klangs mit dem ganzen Reichtum seiner Obertönen im Vordergrund steht, sind in unserer Kultur weniger bekannt.
Die meisten gebräuchlichen Streich- und Zupfinstrumente sind zudem für ungeübte SpielerInnnen eher schwierig zu handhaben. Denn die Entwicklung der abendländischen Musikkultur der vergangenen Jahrhunderte ging einher mit einer Vervollkommnung der Streich- und ZupfInstrumente wie auch ihrer Spielkunst - allerdings zu Lasten eines freien musikalischen Ausdrucks und spielerischen Umgangs mit Musik.

Mein Anliegen ist, dem freien musikalischen Ausdruck und spielerischen Umgang mit Musik wieder mehr Gewicht zu verleihen und die Lust am Klang zu fördern.
Dies bedeutet, Instrumente zu entwickeln und so zu bauen, daß sie den Fähigkeiten und Entwicklungspotentialen ihrer jeweiligen BenutzerInnen gerecht werden.

In Hinblick auf die höchst unterschiedlichen musikalischen Bedürfnisse und Voraussetzungen von Berufs- und LaienmusikerInnen, KlientInnen der Musiktherapie oder Kindern sind in der KlangWerkStatt verschiedene Arten von Saiteninstrumenten entstanden - z.T. mit ungewöhnlichen Spielweisen und neuen Klangbildern.
Diese Instrumente sind ein Angebot an Menschen, ihrer inneren Musikalität in einer klingenden Welt jenseits von Leistungsorientierung zu begegnen und sie neu zu beleben - im Improvisieren, Experimentieren oder Meditieren mit Saitenklängen.

Zum Thema Klang und Körper habe ich in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit MusiktherapeutInnen, z.T auch mit DesignerInnen einige neue Ideen realisiert, die - im Inneren und Äußeren - erweiterte Klangräume entstehen lassen: Saitenklänge, die nicht primär über die Ohren, sondern über den ganzen Körper aufgenommen werden, ermöglichen eine intensive körperliche Selbsterfahrung.
Ungewöhnliche neue musikalische Wege können beschritten werden durch die Entwicklung von Instrumenten für zwei oder mehrere SpielerInnen, bei denen der Dialog und die Begegnung an einem Instrument im Zentrum stehen.

Selbstbauen
Wer Lust auf eine intensive handwerkliche Selbst-Erfahrung hat und den kreativ-gestalterischen Prozeß der Entstehung eines Saiteninstruments im eigenen Tun erleben will - oder wer einfach neugierig ist und be-greifen möchte, wie rohes Holz zum lebendigen, klingenden Körper wird, hat die Möglichkeit, sich in einem der Seminare, die ich regelmäßig anbiete, unter meiner Anleitung ein Instrument seiner Wahl selbst zu bauen.

Klangerfahrung
In einigen Kursen ist über das Bauen hinaus auch Zeit und Raum für intensive Klangerfahrungen mit den fertigen Instrumenten.
Regelmäßig biete ich für Gruppen Monochordspielwochenenden an.
Gerne gebe ich auch Klangbehandlungen auf dem Klangstuhl sowie Einzelunterricht an verschiedenen Instrumenten.

Vita
* Musikalische Kindheit als Chorknabe und am Klavier.
* Studium der Sozialpädagogik (Nebenfächer: Psychologie, Soziologie) und Musikwissenschaft (Hochschulabschluß Diplompädagoge), Tätigkeit in der sozialpädagogischen Jugendarbeit und Erwachsenenbildung

* Seit 1987 Beschäftigung mit künstlerischem Instrumentenbau
Richtungsweisend in der Auseinandersetzung mit dem Instrumentenbau war für mich die erste Begegnung mit dem Monochord sowie mit dem keltischen Crwth (Chrotta), angestoßen durch Helmut Bleffert, von dem ich am meisten gelernt habe.

* Seit 1989 Atelier KlangWerkStatt mit den Schwerpunkten: Bau und Entwicklung von ungewöhnlichen Saiteninstrumenten für die musikalische Improvisation, Therapie und Selbsterfahrung
* Leitung von Baukursen für musikalische Laien sowie Fort- und Weiterbildungsseminaren (u.a. Lehraufträge am FB Design der HDK Berlin)
* Musiktherapeutische Weiterbildung in Körper-, Klang- und Trancearbeit bei Dr.Wolfgang Strobel

Haupttriebkraft meiner Arbeit ist die Faszination für monochrome Klänge sowie die Lust am kreativ-schöpferischen, experimentellen Umgang mit Formen und dem sinnlichen Material Holz - im Bewußtsein der Traditionen des handwerklichen Geigenbaus. Neuentwicklungen von Instrumenten und Klangobjekten und die künstlerisch-gestalterische Arbeit daran gehören für mich zu den spannendsten Herausforderungen.